Vereinigte Museen im Jacobshof
Sonderausstellungen im Glasmuseum

In der Vorweihnachtszeit des Jahres 2008 war es endlich soweit: die Türen zur ersten Sonderausstellung in den Vereinigten Museen im Jacobshof wurden geöffnet. An den ersten drei Adventswochenenden, sowie dem ersten Januarwochende 2009 kamen zahlreiche Interessierte, um die Ausstellung zum Thema "Gläserner Weihnachtsschmuck aus zwei Jahrhunderten" zu besichtigen. Weitere Sonderausstellungen sollen von nun an folgen und sind bereits in Planung.


Gläserner Weihnachtsschmuck aus zwei Jahrhunderten

Die ältesten Belege über geschmückte Weihnachtsbäume stammen aus dem späten 16.Jahrhundert. Es handelt sich dabei um Rechnungen elsässischer Kaufleute über Äpfel, Oblaten, buntes Papier und Fäden zum Schmücken von Weihnachtsbäumen "im Saal".

Im 18.Jahrhundert wurde auch Kerzenschmuck üblich und ein Jahrhundert später entstand bereits Schmuck aus glimmernden Metallfäden, Goldspiralen und Papierschächtelchen, in denen süßes Gebäck versteckt wurde.

Bestand der Baumschmuck zunächst noch aus individuell gefertigten Teilen nach Vorlagen aus Büchern und Journalen, so griff schließlich auch die sich stürmisch entwickelnde Industrie diese Ideen auf. Zinngießereien, die sächsische Kunstblumenindustrie und die Thüringer Porzellanpuppenmacher entwickelten ebenso zahllose Objekte, wie auch die Papierindustrie.

Bei dieser rasanten Entwicklung konnte auch die Glasindustrie nicht zurückstehen und ab der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts gehörte gläserner Baumbehang schon zur typischen Weihnachtsdekoration.
Die Phantasie der Glasbläser kannte keine Grenzen und so entstanden entsprechend dem Zeitgeist Glasobjekte in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Verzierungen. Besonders beliebt waren und sind auch heute noch die verspiegelten Kugeln.

Als Zentrum der Weihnachtsglasproduktion entwickelten sich Lauscha in Thüringen und Gablonz in Tschechien. In den letzten Jahrzehnten entstand aber auch in anderen europäischen Ländern, sowie seit Jahren auch in den USA eine umfangreiche Weihnachtsschmuckproduktion.

Die Ausstellung zeigte somit neben Werken aus den ursprünglichen europäischen Zentren der Weihnachtsglasproduktion auch Weihnachtsschmuck aus der Nachkriegszeit, sowie  aktuelle Kreationen. Als besonderer Höhepunkt war eine äußerst seltene süddeutsche Klosterarbeit eines "Fatschenkindes" aus der Zeit um 1890 ausgestellt.